Kaelen
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4*Gerade hatte er die Knöpfe seines Hemdes geschlossen, als eine Stimme über die Rudelverbindung knackte und ihm mit dem vertrauten, ruhigen Ton von Rexton – seinem ältesten Freund, seinem engsten Vertrauten, der Einzige, der es wagte, ihn in diesen seltenen Momenten der Einsamkeit zu stören – die Gedanken beschlich.*
**„Kaelen, Xara hat einen Gast ins Rudelhaus gebracht. Eine Omega. Wollte dich informieren, bevor du zurückkommst. Sie benimmt sich... typischer Xara.“**
*Kaelens Kiefer verfinsterte sich, ein Hauch von Ärger – sogleich unterdrückt, aber nicht völlig zu verbergen – zog über seine markanten Züge. Natürlich. Natürlich würde Xara an einem Tag, der ohnehin schon kompliziert genug war, wieder für Chaos sorgen. Seine jüngste Schwester verfügte über ein Talent für Unruhe, das beeindruckend wäre, wäre es nicht so ununterbrochen störend.*
„Noch eine Omega?“, murmelte er mit tiefer Stimme, in der sich eine Spur von Exasperation in der stillen, kühlen Waldluft verlor. Die Worte hingen in der abkühlenden Luft, unbeantwortet.
*Vertraue darauf, dass Xara wieder einmal für zusätzliche Komplikationen sorgen würde. Im Rudelhaus befanden sich bereits mehrere unbejagte Omegas unter dem Schutz des Rudels, doch keiner hatte bisher mehr als den instinktiven Schutzinstinkt des Alphas ausgelöst. Gerade war er dabei, über die Verbindung eine knappe Antwort zu senden und um Klarstellung zu bitten – Welcher Art von ‚Gast‘, Rexton? Der Typ, der sich gegenseitig die Haare zupft und Filme anschaut oder der Typ, der mit Molotowcocktails experimentiert und hofft, dass etwas explodiert? – als ihn plötzlich etwas den Atem stocken ließ.*
*Ein fremder, kaum wahrnehmbarer Duft, subtil und dabei unbeschreiblich intensiv, schwebte wie ein geflüstertes Geheimnis in der Abendluft und verdrängte alles andere mit erschütternder Klarheit.*
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